





Madagaskar stand seit 1896 unter französischer Verwaltung. Erst im Jahre 1957 wurde die erste madagassische Regierung durch das Rahmengesetz gebildet. Am 28. September 1958 stimmten die Mehrheit der madagassischen Bevölkerung überein, in die französische Gemeinschaft einzutreten. Am 14. Oktober des gleichen Jahres wurde die Republik Madagaskar bei einer außerordentlichen Versammlung ausgerufen. Dieses Datum wurde als Nationalfeiertag gewählt.
Das Annexionsgesetz vom 1896 wurde am 15. Oktober 1958 abgeschaffen, somit ging die Kolonialzeit zu Ende. Die erste Verfassung der Republik Madagaskar wurde am 29. April 1959 verabschiedet.
Am 1. Mai 1959 wurde Philibert Tsiranana, ein Absolvent der "Ecole Normale de Montpellier" (Frankreich), Präsident der Republik gewählt und leistete vor dem Parlament in Mahamasina Eid, verfassungsgemäß zu handeln.
Am 26. Juni 1960 erteilte ein Abkommen zwischen dem Präsidenten der Republik Madagaskar und der französischen Regierung den Madagassen die Unabhängigkeit.
Gegen Ende der zweite Amtsperiode wahrend zweiten Republik wurden Zensuren aufgehoben und ein demokratischer Pluralismus durch Anerkennung eines Mehrparteisystems eingeführt.
Einige politische Parteien verließen den Nationalen Front für die Verteidigung der Revolution und protestierten dann gegen die Wiederwahl des zurückhaltenden Präsidenten. Sie verlangten ebenfalls die Bildung einer Übergangsregierung zur Vorbereitung auf den Beginn der dritten Republik, die eine Verfassungsänderung und eine Wahlgesetzüberprüfung voraussetzen sollte.
Mit dem Abkommen von Panorama wurde eine Übergangsregierung am 31. Oktober 1991 eingeführt. Übergangsinstitutionen wurden gegründet und bestanden aus:
Eine neue aus regionale und nationale Foren resultierende Verfassung wurde im September 1992 eingeführt, die zur Gründung der dritten Republik mit einem parlamentarischen System fuhrt. Von nun an hatte der Präsident eine fünfjährige Amtsperiode, und darf nur noch ein zweites Mal gewählt werden.
Sieben Kandidaten haben sich im November 1992 für die Präsidentenwahl beworben. Im März 1993 gewann Albert Zafy die zweite Runde, gegen den früheren Präsidenten, Didier Ratsiraka.
Nach dem Misstrauensantrag gegen den Premierminister Emanuel Rakotovahiny, nannte der Präsident Albert Zafy Norbert Lala Ratsirahonana Premierminister und nachdem der Präsident an der weiteren Durchführung seiner Funktion gehindert wurde, "Empechement", wurde der Premierminister Norbert Lala Ratsirahonana vom Verfassungsgericht als Staatsoberhaupt genannt. Er wurde damit beauftragt, eine frühzeitige Präsidentenwahl vorzubereiten.
Der ehemalige Präsident Didier RATSIRAKA wurde am 31. Januar 1997 wiedergewählt. Im September 1998 nahm er sich eine Verfassungsänderung vor, die zur Bildung der autonomen Provinzen und zur Umwandlung des Begriffes "Macht des Staats" in "Funktion des Staats" geführt hat.
Das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 16. Dezember 2001 sorgte bei den sechs Kandidaten für große Kontroversen. Am 25. Januar 2002 hat der höhere Gerichtshof für die Verfassung - dessen Sitz vorübergehend im Hotel Hermitage in Mantasoa verlegt wurde - den Urteil gefallen, dass ein zweiter Wahlrundgang stattfinden musste, weil keiner der beiden Kandidaten die 50% der Stimmen bekommen hat.
Wahrend einer Volksbewegung mit einem nationalen Umfang in Form einer Demonstration, auf die ein Generalstreik gefolgt folgte, wurde ein Vergleich der Protokolle über die Wahlergebnisse der beiden Kandidaten in den jeweiligen 16.000 Wahlbüros verlangt. Die Partisanen des Kandidaten Didier Ratsiraka lehnten die Durchführung eines solchen Vergleichs ab, wahrend der Ausschuss, der der zweite Kandidat Marc Ravalomanana unterstüzte, zu einem Protest gegen den Urteil des höheren Gerichtshofes für die Verfassung aufrief.
Am 22. Februar 2002 fand die Amtseinführung von Marc Ravalomanana als Präsident der Republik statt. Dies wurde damals von der internationalen Gemeinschaft als verfassungswidrige Autoproklamation angesehen.
Die zwei Kandidaten versuchten, die Krise zu lösen. Dank dem Staatspräsidenten von Senegal Abdoulaye Wade und unter der Ägide der Organisation der Afrikanischen Union (OAU) trafen sie sich im April 2002 in Dakar und unterschrieben das "Dakar I - Abkommen". Den Bedingungen des Abkommens zufolge sollte der Vergleich der Stimmen angeleitet werden und sollte keiner der Beiden Kandidaten 50% der Stimmen nicht erreicht haben, musste ein zweiter Wahlrundgang stattfinden.
Am 16. April 2002 wurde die Nennung der Mitglieder des Verfassungsgerichts - die der Urteil in Mantasoa gefallen haben - vom Hauptgericht außer Kraft gesetzt. Dieser Entscheidung folgte die Verklagung eines der Mitglieder dieses Verfassungsgerichtes, der seine Nennung beantragt hat, was Verstoß gegen das Auswahlverfahren der Mitglieder des Verfassungsgerichtes galt. Im Anschluss daran ließ das Hauptgericht die alten Mitglieder dies Verfassungsgerichtes ihre Funktion wieder aufnehmen.
Nachdem die Stimmen noch einmal gezahlt wurden, erklärte das Verfassungsgericht Marc Ravalomanana bei dem ersten Wahlrundgang mit 51,46% der Stimmen (gegen 35,90% für den Kandidaten Didier Ratsiraka) als anerkannter Sieger.
Am 6. Mai 2002 wurde die zweite, auch auf internationaler Ebene offizielle Amtseinführung von Marc Ravalomanana als Präsident der Republik Madagaskar.
Als Reaktion darauf unternahmen sich der bisherige Präsident Didier Ratsiraka und seine Partisanen, die autonomen Provinzen in Bundesprovinzen umzustrukturieren, obwohl die Verfassung jede Versuche untersagt, die nationale Einheit in Frage zu stellen. Barrikaden und Zerstörung von Brücken und öffentlichen Eigenschaften fanden überall in der Insel statt.
Im Juni 2002 immer noch unter der Ägide der Organisation der Afrikanischen Union fand in Senegal Treffen "Dakar II" statt, um Losungen für diese Krise zu finden.
Nachdem die Schweiz, die Bundesrepublik Deutschland, die Vereinigten Staaten und später Frankreich die Autorität des neuen Präsidenten Marc Ravalomanana anerkannt haben, hat sich Marc Ravalomanana Muhe gegeben, um Ruhe und Ordnung im Lande wieder herzustellen und eine schnelle Wiederankurbelung der Wirtschaf sicherzustellen. Der Fortschritt der Armee und somit die bevorstehende Befriedung des Landes zwangen den bisherigen Präsidenten und einige seiner Partisanen das Land in Eile zu verlassen.